'Kirchliches und schulisches Zeitschriftenwesen für den Bereich der Thüringer Landeskirchentümer vom Ende des 18. bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts'
Angeregt durch die sog. Diskursanalyse hat sich in der Erforschung der Disziplingeschichten der Praktischen Theologie und Religionspädagogik ein methodologischer Paradigmenwechsel vollzogen, für die die Begriffe 'Regionalisierung' und 'Vernetzung' stehen. Als Quellen der Disziplingeschichtsschreibung dienen neben den einschlägigen Monografien v. a. das Kleinschriftentum, Lexika, Zeitschriften, Privatkorrespondenzen usw., die in den bisherigen Forschungen geringe Beachtung besaßen und folglich auch kaum erschlossen sind. Während im Bereich der allgemeinen Bildungsgeschichte die Scripta Paedagogica Online inzwischen zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel in Forschung und Lehre geworden sind, stand der Religionspädagogik und der Praktischen Theologie bisher kein vergleichbares Hilfsmittel zur Verfügung.
Insgesamt wird durch die digitale Bereitstellung der im folgenden genannten Publikationen zu neuen wesentlichen Befunden für die regionale kirchen- und bildungsgeschichtlichen Erforschung Thüringens führen. So steht bspw. eine wissenschaftlichen Neubewertung der so genannten 'kirchlichen Schulaufsicht' - als Beispiel des Zusammenwirkens von Kirche und Staat - zu erwarten, die seit Ende des 19. Jahrhunderts einer massiven Kritik ausgesetzt war. Es wäre anhand der Quellen die These zu prüfen, ob die kirchlich gesetzten Ausbildungsanforderungen an die im Schulunterricht tätigen Pfarrer und Lehrer in Verbindung mit den landeskirchlichen Verwaltungs- und Dienstaufsichtsstrukturen im Laufe des 19. Jahrhundert die unabdingbare Voraussetzung für eine qualifizierte und flächendeckende Volksbildung in Thüringen schufen.
Das Projekt wird vom Lehrstuhl für Religionspädagogik der Friedrich-Schiller-Universität in Zusammenarbeit mit der Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek (ThULB) realisiert.