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Porträt

Johanna Schultze-Wege (1844-1918) ist eine Pionierin der Pilzforschung in Thüringen. Ihre umfangreichen und breit angelegten mykologischen Arbeiten sind indes der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben - ein Schicksal, das sie mit vielen wissenschaftlich engagierten Frauen um 1900 teilt.
Ihre mykologischen Arbeiten widmen sich der Erfassung und der Dokumentation der Mannigfaltigkeit der Großpilze (Makromycetenflora) in Thüringen. Die ästhetisch anspruchsvolle Darstellung der Fruchtkörper in Aquarellen - zu dieser Zeit die dominierende Methode der Dokumentation - sollte gleichzeitig wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. In einem umfassenden, unveröffentlichten Manuskript stellt sie ihre neuen Erkenntnisse über Pilze im wissenschaftlichen Kontext zusammen mit den selbst gestalteten Bildern vor. Ein weiteres Anliegen ist die Verbreitung neuer Erkenntnisse über Gift- und Speisepilze, eine umfassende Übersicht der fruchtkörperbildenden Ständerpilze (Basidiomyceten) sowie die populärwissenschaftliche Darstellung von Fortschritten in der Mykologie, insbesondere der Pilzsystematik. Zudem war sie bestrebt, ihre sprachwissenschaftlichen Kenntnisse in den Dienst der Mykologie zu stellen, insbesondere durch das Sammeln von Synonymen und Volksnamen.
In Botanikerkreisen gilt Johanna Schultze-Wege noch heute als anerkannte Autorität und als bekannte Pilzmalerin. Ihr wissenschaftlicher Nachlass befindet sich heute im Herbarium Haussknecht (JE) der Friedrich-Schiller-Universität. Er umfasst zahlreiche Aquarelle von Pflanzen und Pilzen, einige exsikkierte (getrocknete) Pilze und Herbarbelege, sowie zahlreiche Skizzen, Manuskripte und Notizen.

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