15. Dezember 1844
Geburt als Tochter einer alteingesessenen Apothekerfamilie in Neustädtel (Bez. Liegnitz, Schlesien), dort erhält sie zunächst Privatunterricht.
1857 bis 1872
Johanna lebt mit ihrer Familie in Berlin und besucht dort seit 1857 die höhere Töchterschule, Sie erhält dort eine künstlerische und sprachliche Ausbildung, ihr besonderes Interesse für Botanik wird geweckt. Hinweise darauf, dass sie in Berlin, später auch in Jena, naturwissenschaftliche "Belehrungen … suchte", lassen vermuten, dass ihre botanischen und mykologischen Kenntnisse nicht nur auf autodidaktischen Studien beruhen.
1872
Übersiedlung nach Naumburg. Johanna Schultze-Wege wird durch Übersetzungen von Gedichten und literarischen Werken aus dem Italienischen, Englischen und Französischen in Schriftstellerkreisen bekannt (u.a. 1879 "Vita Nouva" von Dante Alighieri, 1882 "David Copperfield" von Charles Dickens, 1883 Fabeln von Jean de La Fontaine). Intensive Beschäftigung mit Botanik, viele ihrer mehr als 2000 Pflanzenaquarelle entstehen in Naumburg.
1.4.1885
Umzug nach Weimar, dort lebt und arbeitet sie mit Unterbrechungen bis zu ihrem Tod.
2.5.1885
Sie heiratet den Jugendfreund Franz Eduard Wilhelm Schultze, einen Porträt- und Genremaler. Bis 1890 Zeitweiser Aufenthalt in Düsseldorf. Sie beschäftigt sich intensiv mit Mykologie, sammelt, bestimmt und aquarelliert Großpilze. Auf der Basis von nahezu 2000 Pilzaquarellen stellt sie großformatige Tafeln in repräsentativen Mappen zusammen. Ihre Arbeiten an Manuskripten und farbigen Darstellungen über Pilze sind als Grundlage für Buchpublikationen konzipiert, die Realisierung scheitert an den Kosten.
Ab 1891
Mitglied des Thüringischen Botanischen Vereins, vielfältige Publikationen zu gärtnerischen Themen in den Vereinsschriften, Engagement für die "Gartenbauschule für Frauen", die sie auch in ihrem Testament bedenkt.
15. April 1907
Tod des Ehemanns durch Verkehrsunfall, Johanna Schultze-Wege zieht sich aus dem öffentlichen Leben zurück.
3. Oktober 1915
Ehrenmitglied des Thüringischen Botanischen Vereins.
4. Januar 1918
Johanna Schultze-Wege stirbt in Weimar
Johanna Schultze-Wege wurde in Botanikerkreisen als "anerkannte Autorität auf botanischem Gebiete" geehrt, die "als gelehrte Übersetzerin schriftstellerisch tätig" war (Hermann 1907) und wurde als "... bekannte Pilzmalerin ..." bezeichnet (Röll 1908). Die Einträge in verschiedenen Lexika (MKL 1885, Pataky 1898, Klenz 1917, Nitzschke 1921, Friedrichs 1982), die bereits ab ihrem 41. Lebensjahr erfolgten, bezeugen die Bedeutung, die ihr als Literaturschaffende, Botanikerin und Mykologin beigemessen wurde.