Projektinformation

Die Bezeichnung "Themis" stammt aus der griechischen Mythologie. Es wird damit Bezug genommen auf die zweite Gattin des Zeus, die Nymphe Themis, das griechische Pendant zur römischen Göttin Justitia. Ihr Name steht für Gerechtigkeit, Weisheit und Ordnung. Das Ziel des Vorhabens ist es, die historischen Gesetzessammlungen Thüringens zu digitalisieren, sie im Rahmen vorhandener Portalstrukturen aufzubereiten und in digitaler Form bereitzustellen. Amtliche Gesetzessammlungen erschienen im Thüringer Raum seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Im Projekt inbegriffen sind die Gesetze der auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Thüringen liegenden einstigen Einzelstaaten ab der territorialen Neuordnung von 1815 bzw. 1826, einschließlich der Gesetze des 1920 gegründeten und 1952 faktisch aufgelösten Landes Thüringen. Die im Projekt berücksichtigten Materialien verfügen über einen Gesamtumfang von rund 210.000 Druckseiten.

Entsprechend der Kleinräumigkeit des Thüringer Raums im 19. und früheren 20. Jahrhundert sind die historischen Gesetzessammlungen über verschiedene Bibliotheken und Archive hinweg verstreut. Hinzu kommt, dass die Bestände in den verwahrenden Institutionen teils in sehr unterschiedlichem Maße zugänglich sind. Dies stellt sowohl für eine wissenschaftliche Nutzung als auch für die Rechtspraxis eine erhebliche Erschwernis dar. Mit der Digitalisierung der Gesetzessammlungen sollen diese Materialien im Rahmen der Universal Multimedia Electronic Library (UrMEL) öffentlich und kostenfrei zugänglich sein. Darüber hinaus werden die Materialien ihrer komplexen Erscheinungsweise entsprechend aufbereitet und in übergreifende Informationssysteme integriert. Dadurch werden eine Recherche nach Gesetzestiteln sowie ein bequemes Navigieren in den umfangreichen Inhaltsverzeichnissen ermöglicht.

Das Projekt wird gemeinschaftlich durchgeführt von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB), dem Hauptstaatsarchiv Weimar, dem Staatsarchiv Rudolstadt, dem Oberlandesgericht Jena sowie dem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Projekt wird von Seiten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die insgesamt 210.000 Seiten umfassenden Materialien werden in 300 dpi Farbe digitalisiert. Die digitalen Objekte werden als TIFF-Dateien langzeitarchiviert und im JPEG-Format angezeigt. Präsentiert werden die Projektergebnisse im Rahmen des von der ThULB Jena betriebenen Zeitschriftenportals "Journals@UrMEL". Dort werden Gesetzessammlungen als Reihen sowie über eine alphabetische Übersicht, auch nach Territorien gegliedert, zugänglich sein.

Das Projekt ist von seiner technischen Struktur her offen angelegt und kann für Nachfolgeprojekte weiter genutzt werden. Das offen angelegte Konzept von UrMEL ermöglicht darüber hinaus die Integration in weitere Informationssysteme. Die Vernetzung mit bereits bestehenden Portalen soll ermöglicht werden. Die Titel der entsprechenden Reihen werden im Projektrahmen in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) erfasst. Damit werden sie auch im Rahmen der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) zugänglich sein und stehen dann im European Register of Microform and Digital Masters (EROMM) zur Verfügung. Darüber hinaus werden die bibliographischen Angaben zu sämtlichen im Projekt inbegriffenen Gesetzessammlungen in der Datenbank des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) erfasst und sind dort recherchierbar. Zudem sind diese Angaben im Online-Katalog der ThULB Jena nachgewiesen.