Die Vor- und Frühgeschichte der Jenaer Universität stand unter dem Einfluss vielschichtiger politischer und theologischer Entwicklungen. Im Mittelpunkt stand dabei das politische Monopol um das religiöse Erbe Martin Luthers, das Johann Friedrich und seine Erben für sich reklamierten. Das Bildprogramm der in Jena gedruckten Lutherausgabe setzt den ernestinischen Herzog als Retter des Luthertums in Szene: Der Titelholzschnitt zeigt den Herzog und den Reformator beim Gebet unter dem Kreuz Christi. Darüber hinaus sind die Anfangsbuchstaben von Johann Friedrichs Motto wiedergegeben: V[erbum] D[omini] M[anet] I[n] Æ[ternum] («Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit»). Das beigegebene Wappen weist demonstrativ auf den weiterhin erhobenen Anspruch auf die vom Kaiser 1547 entzogene Kurwürde hin.