Start Impressum UrMEL Anmelden ThULB Logo
Sammlungen / Bestände
  • Bibliotheca Electoralis
  • Anfänge der Universität
  • Die Stadt und Ihre Universität
  • Universität um 1800
  • Kontinuität und Wandel
  • Universität und Industrie um 1900
  • Zerstörung 1945 / Wiedereröffnung u. DDR
  • Aufbruch und Neubeginn seit 1989/90
Aufgliederung
  • studentisches Leben in der frühen Neuzeit

 Stammbücher entstanden seit dem 16. Jahrhundert. Ihr Aufkommen ist auf den Freundschaftskult zurückzuführen, der in der Frühen Neuzeit vor allem unter adeligen Studenten gepflegt wurde. Studenten rekrutierten sich in dieser Zeit aus verschiedenen sozialen Schichten. Unter ihnen befanden sich in einzelnen Fällen auch Angehörige des Adels. Im Sozialgefüge der Universität bildeten sich ab dem 16. Jahrhundert symbolische Formen aus, mit denen die Zugehörigkeit zur Universität begründet wurde. Ein solches Ritual war die depositio (cornuum), das symbolische Abschlagen und Abschneiden der Hörner, das den Zustand der Rohheit beenden sollte. Mit der Aristokratisierung universitärer Kultur im 18. Jahrhundert verschwand die depositio aus dem akademischen Alltag. Stattdessen hielt das neue Leitbild adeliger Verhaltensformen Einzug, welches sich in den Stammbüchern niederschlug.