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Welche Anforderungen stellt UrMEL?

Der Umgang mit sehr unterschiedlichen Ressourcen stellt für die Entwickler eine permanente Herausforderung dar:

• Die Vielfalt der Daten und ihre Komplexität verlangen einen professionellen Umgang mit den Materialien. Die Modifikation konventioneller Verfahren reicht dabei nicht aus. Stattdessen kommt es darauf an, wirklich neue Prozesse und Strukturen zu erarbeiten, zu denen auch eine qualifizierte Reduzierung der heterogenen Informationen auf ein vertretbares Maß zählt.

• Die Autoren und Rezipienten wissenschaftlicher Publikationen stellen berechtigte Ansprüche, der Manipulierbarkeit, Unsicherheit, Kurzlebigkeit und unsicheren Zitierfähigkeit elektronischer Informationen eine Qualitätssicherung entgegenzusetzen.

• Damit einhergehend stehen die Forderungen nach einer Wahrung der Publikationsrechte, einer strukturierten Erschließung, nach dauerhafter Archivierung und professionellen Recherchemöglichkeiten in einem verlässlichen System.

Welches Angebot unterbreitet UrMEL?

Diesen differenzierten Anforderungen haben wir uns in enger Kooperation mit unseren Partnern gestellt, indem wir:

• durch eine qualitative Evaluierung, systematische Erschließung und sichere Archivierung der Informationen sowohl dem Publizierenden als auch dem Rezipienten eine institutionelle Basis offerieren,

• Verfassern wie Informationssuchenden verlässliche Strukturen, rechtliche Sicherheit und professionell aufbereitete Suchmöglichkeiten anbieten,

• Entwicklungskapazitäten in einem großen, die Grenzen Thüringens weit überschreitenden Entwicklungsteam bündeln und damit die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung schaffen.


UrMELs Erfolge?

Den Erfolg von UrMEL sehen wir in der Bündelung und Professionalisierung der bisher verstreuten Aktivitäten Thüringer Hochschulen und in der Schaffung der Möglichkeit, auch kleineren Partnern, deren Entwicklungskapazitäten auf diesem Bereich naturgemäß gering sind, ein hochqualifiziertes Angebot zu eröffnen, wodurch die Leistungen der Forschenden unabhängig vom Standort angeboten werden können, was sich auf den Campus Thüringen nur positiv auswirken kann.
Mit den durch die ThULB und dem URZ bereitgestellten materiellen und personellen Ressourcen bieten wir den Lehrenden und Lernenden, den Verfassern von digitalen Dokumenten sowie den Informationssuchenden mit der multimedialen Bibliothek UrMEL eine gesicherte Dokumentenarchivierung, verlässliche Strukturen, rechtliche Sicherheit sowie komplexe Recherchemöglichkeiten, die eine Nachhaltigkeit des Projektes garantieren.


Wie funktioniert UrMEL?

Als Basissoftware wurde der IBM Content Manager gewählt, welcher effiziente Methoden zur Organisierung und Speicherung beliebiger digitaler Objekte bietet, sowie ein umfangreiches Repertoire an Softwarebausteinen zum Suchen und Wiederauffinden von multimedialen Informationen beinhaltet. Das Kernstück der Speicher- und Management-Infrastruktur des Content Managers ist der Library-Server. Er hält die gesamten Kataloginformationen bereit und liefert die Zeiger zu den einzelnen Objekten. Der Object Server speichert die digitalen Objekte. Dabei ist die Architektur so gestaltet, dass durch referentielle Integrität die Einheit von Objekten und dazugehörigen Metadaten immer gewährleistet ist. Der Content Manager bietet allerdings nur Grundbausteine zur Erstellung komfortabler Applikationen. Die nachfolgend genannten Projekte (MyCoRe, Digitale Bibliothek Thüringen, Projekt Online-Zeitschriften, Projekt Online Verwaltung historischer Dokumente - Archiv, Nachlässe und Handschriften) sind Anwendungen, welche über ein Java -API auf Komponenten des Content Managers zugreifen. Sie bestehen jeweils aus einer umfangreichen Java-Klassenbibliothek, die zahlreiche Methoden zum Erstellen, Löschen, Verändern etc. von Objekten, sowie Servlets zur webbasierten Recherche und Applets zum interaktiven Ändern zur Verfügung stellen.


Die technische Basis von UrMEL ist ein skalierbares Client-Serversystem, das in der ThULB im Rahmen des Bibliotheksneubaus erweitert und ausgebaut werden konnte. Die einzelnen Server sind auf Maschinen unterschiedlicher Ausstattung installiert:
• Library-Server
4-Wege IBM pSeries 660 Model 6H1 4 Gbyte Hauptspeicher
100 Gbyte Raid System
• Object-Server, VideoCharger Server
2-Wege IBM pSeries 660 Model 6H1 2 Gbyte Hauptspeicher
jeweils ca. 650 Gbyte Raid System

Alle Maschinen verfügen über Gb-Ethernetanschluss. Als Test- und Entwicklungssystem wird eine 44P Model 270 verwendet

Um Entwicklungskapazitäten zu bündeln, haben sich Anwender des IBM Content Managers und IBM zu einem großen Entwicklungsteam unter dem Namen MyCoRe ( http://www.mycore.de/) zusammengeschlossen. MyCoRe ist ein Open Source Projekt zur Entwicklung eines Basissystems für digitale Bibliotheken und Archivlösungen. Ausgangspunkt war hierfür die Applikation MILESS, die den Anforderungen solch komplexer Datenmodelle nicht mehr gewachsen war. Auch hier sind Mitarbeiter und Studenten des Universitätsrechenzentrums (URZ) und des Multimediazentrums (MMZ) beteiligt.